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Andreas Geisler | SPD-Landtagskandidat

In der Presse


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Heiße Stimmung bei Lärm-Diskussion

Es wurden mehr und mehr Gäste am
Donnerstagabend im Sportlerheim Lindenthal.
Und draußen standen auch
noch Besucher. Die Stühle reichten
schon lange nicht mehr. Einige – wie
Unternehmer Uwe Rothkegel – hatten es
sich direkt an der Theke gemütlich gemacht.
Bis Andreas Geisler, Vorsitzender
des SPD-Ortsvereins Leipzig-Nordwest,
dem Drängeln ein Ende bereitete.
„Ein paar Meter weiter auf dem gleichen
Grundstück hat die Feuerwehr ein
Festzelt aufgebaut“, sagte er. „Da haben
wir alle drin Platz.“ Dem Feuerwehrball
an diesem Sonnabend sei Dank.
Trotz der größeren Frischluftzufuhr
im Bierzelt kochte die Stimmung. Besonders
auf die Leipziger Umweltamtsleiterin
Angelika Freifrau von Fritsch
hatten es die Versammelten abgesehen.
Die Bürgerfrage: Was geschah am 8.
November 2006 auf der Sitzung der
Fluglärmkommission des Flughafens
Leipzig-Halle, als die Südstrecke als Abflugroute
abgenickt wurde? „Um das beantworten
zu können, hätte sie mal da
sein müssen“, schallte es durchs Zelt.
„Die Stadt war zu dieser Sitzung entschuldigt“,
entgegnete die Umweltamtsleiterin.
„Und weder aus der Tagesordnung
noch später aus dem Protokoll
ging diese Brisanz hervor.“ Als sich die
Beschwerden der Bürger auch in ihrem
Amt häuften, habe sie sich sofort mit
dem Flughafen und der Deutschen Flugsicherung
in Verbindung gesetzt. „Sie
haben in mir eine Partnerin beim Thema
Fluglärm“, machte sie nochmals
deutlich. „Ich wohne schließlich in
Rackwitz. Genau im Lärmkegel.“ Auch
Oberbürgermeister Burkhard Jung habe
bereits ein Schreiben an seinen Vorgänger
und jetzigen Bundesverkehrsminister
Wolfgang Tiefensee gerichtet. „Er
hat so im Namen der Stadt Leipzig um
die Prüfung dieser Route gebeten“, erklärte
von Fritsch.
Damit wollten sich die Bürgerinitiativen
jedoch nicht zufrieden stellen. „Wir
müssen unser Anliegen an jedes einzelne
Mitglied der Lärmschutzkommission
herantragen“, sagte Mitinitiator Bernd
Bonness. Tausende Unterschriften und
Beschwerden seien schon beim Flughafen
angekommen. „Wichtig ist aber
auch die Deutsche Flugsicherung“,
meinte er. „Schließlich sind die es, die
über die Routen entscheiden.“ Bei diesen
Entscheidungen für oder gegen eine
Abflugroute kämen die Aspekte des
Lärmschutzes allerdings erst an dritter
Stelle, so Bonness. „Hinter der Flugsicherung
und den ökonomischen Überlegungen.“
Denn: Die südliche Abflugroute
spart den Piloten 80 Kilometer Strecke
ein.„Was dabei allerdings nicht bedacht
wird, sind der Lärmschutz und
die gesundheitlichen Nachteile für die
Bürger“, meinte der SPD-Bundestagsabgeordnete
Rainer Fornahl. Es könne nur
darum gehen, die abweichende Route
nach Süden zu streichen.
Das wollen auch die Bürgerinitiativen
erreichen. Mittlerweile haben sie Petitionen
an den Bundestag und den Bundesverkehrsminister
gerichtet. „Kopien
gingen auch an den OBM, den Ministerpräsidenten
und den Regierungspräsidenten“,
erzählte Bonness. Und fügte im
gleichen Atemzug hinzu: „Sollten diese
Bemühungen nichts bringen, werden
wir auch den Weg einer Klage nicht
scheuen.“ Vorher soll jedoch der 26. Juli
abgewartet werden. An diesem Tag trifft
sich die Fluglärmkommission des Flughafens
zu einer Sondersitzung – um
noch einmal über die Südroute zu diskutieren.
Linda Polenz

 
 

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