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Andreas Geisler | SPD-Landtagskandidat

In der Presse


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LVZ 25.01.2008/ Stadtleben (Nord), S. 4.
„Nachtschlaf hat Priorität“
Lindenthaler Ortschaftsrat und SPD-Mann spricht Klartext
Lindenthal
Der Lindenthaler Bäckermeister Andreas Geisler
leitet seit 2005 den Leipziger SPD-Ortsverein
Nordwest. Auf dem Gründungsparteitag des SPDStadtverbandes
am vergangenen Wochenende setzte
er sich für eine Verbesserung der Lebensqualität der
Bürger im Leipziger Norden ein. Wir sprachen mit
dem 41-Jährigen.
Frage: Sie forderten, dass die Stadtratsfraktion ihrer
Partei entschiedener gegen die Lärmbelästigung der
Bürger zwischen Rückmarsdorf, Lützschena und
Breitenfeld auftritt?
Andreas Geisler: Dies habe ich in einem Antrag formuliert, den der Parteitag mehrheitlich
annahm. Es geht nicht nur um Fluglärm, sondern um eine generelle Überprüfung der
Lärmbelastungen, die von der Autobahn, dem nördlichen Güterring, dem Autoverkehr im
Nordraum insgesamt, der Teststrecke des Porschewerkes und dem Güterverkehrszentrum
verursacht werden. Immerhin sind davon mehr als 20 000 Bürger betroffen. Wir fordern eine
Quellen übergreifende Betrachtung, die tatsächliche Lärmwerte berücksichtigt und sich nicht
an Werten einer Idealplanung orientiert.
Welche konkreten Maßnahmen stellen Sie sich vor?
Natürlich wollen wir nicht die Entwicklung des Flughafens oder die Ansiedlung von DHL
stoppen. Aber es muss durchgesetzt werden, dass alle gesetzlich vorgeschriebenen
Grenzwerte einzuhalten, ja, zu unterschreiten sind. Die Gesundheit der Bürger ist nicht zu
Lasten wirtschaftlicher Erfolge aufs Spiel zu setzen. Und ein ungestörter Nachtschlaf darf auf
keinen Fall zur Disposition stehen.
Aber die umstrittene Südabkurvung soll, wenn überhaupt, ohnehin nur zwischen 5.30 und 23
Uhr erlaubt sein?
Es geht nicht nur um die Südabkurvung, die wir ablehnen. Auch tagsüber. Flugzeuge, die
knapp über die Häuser der Anwohner fliegen, belasten das Gebiet mit krebserregenden
Kerosindämpfen. Und das dürfen wir schon im Interesse unserer Kinder nicht zulassen. Schon
jetzt lässt DHL nachts Fluggeräte zehn Minuten und länger warm laufen, die kilometerweit zu
hören sind und Leute aus dem Schlaf reißen. Ich sage es noch einmal, bei allem Verständnis
für die Ansiedlung von DHL, wenn ab März nachts über 50 Flugzeuge landen und starten,
müssen die Anwohner im Leipziger Norden ohne Wenn und Aber ruhig schlafen können.
Sonst sind die Nachtflüge nicht hinnehmbar.
Sie sind auch Ortschaftsrat von Lindenthal. Ihr Ortsvorsteher hat mit jenen von Böhlitz-
Ehrenberg und Lützschena-Stahmeln im Dezember ein Protestschreiben wegen des Lärms an
Georg Milbradt gerichtet. Wie reagierte der darauf?
Bis jetzt überhaupt nicht, obwohl bereits vier Wochen verstrichen sind. Für die
Landesregierung haben Anliegen der Leipziger offenbar nur geringes Gewicht, wie man auch
am Verteilen der Fördermittel für Dresden, Chemnitz und Leipzig ablesen kann.
In Leipzigs Nordraum ist ja eigentlich eine Menge geflossen, wenn nur an die Neue Messe,
den Airport, BMW, Porsche oder das Güterverkehrszentrum gedacht wird?
Das ist sicher nicht zu leugnen. Doch nach der Schaffung bester Verkehrsinfrastrukturen für
diese Unternehmen, die ja nun satte Gewinne einstreichen, muss jetzt endlich auch mehr für
die Anwohner investiert werden. Da wurden Radwege einfach gekappt, direkte Verbindungen
zwischen Ortsteilen unterbrochen. Nebenstraßen befinden sich oft in unzumutbarem Zustand.
Auch das verschlechtert die Lebensqualität permanent. Das kann so nicht weitergehen.
Interview: Günther Gießler

 
 

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